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Beschlussvorschlag:

 

Für die Sanierung der Filteranlage im Freibad Dassel werden im Jahr 2020 Haushaltsmittel in Höhe von 80.000 € bereitgestell.

 

Finanz. Auswirkung:

Beschluss hat finanzielle Auswirkungen:

 

nein

x

ja, in der Drucksache erläutert

Haushaltsmittel stehen zur Verfügung

 

ja

x

nein, in der Drucksache erläutert

Angelegenheiten der Gleichstellung bzw. Barrierefreiheit

sind betroffen

x

nein

 

ja, in der Drucksache erläutert

 

Sachverhalt:

 

Die Filteranlage des Freibades Dassel stammt aus der Zeit der grundlegenden Sanierung des Bades Mitte der siebziger Jahre. Die Anlage wurde im Rahmen der Möglichkeiten unterhalten und bei Bedarf instandgesetzt. Die mechanischen Reparaturen an den Filterkesseln und deren Anschlussleitungen haben in den vergangenen Jahren altersbedingt zugenommen. Teilweise konnten diese Arbeiten nur noch durch handwerkliches Geschick bereits im Ruhestand befindlicher Mitarbeiter des die Anlage betreuenden Betriebes ausgeführt werden.

 

Neben der Anlage bedürfen die eigentlichen Filterkessel einer besonderen Beachtung. Bei einer Inspektion im Frühjahr 2019 musste festgestellt werden, dass neben einem allgemein schlechten Zustand der Stahlkessel der Düsenboden der Filter defekt ist. An verschiedenen Stellen sind bereits Filterkerzen abgebrochen, so dass Filtermaterial aus dem Filter unter den Düsenboden gelangt ist und die Filterfunktion hierdurch verschlechtert. Diese Stellen wurden zur Badesaison dieses Jahres provisorisch abgedichtet und haben die Saison sogar überstanden. Ob das Provisorium noch länger hält, ist nicht vorhersehbar.

 

Zudem sind am Filterboden sichtbare Zeichen von Korrosion zu finden.

 

Das Filtermaterial wurde seit über 10 Jahren nicht gewechselt. Im Laufe der Jahre ist mit einer Verschlechterung der Filterhydraulik, bedingt durch Verschleiß, zu rechnen. Nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik, sollten die Stütz- und filtrierenden Sandschichten zur Einhaltung der geltenden Grenzwerte der DIN 19643, alle 10 Jahre ausgetauscht werden.

 

Hierzu ist anzumerken, dass es in der Badesaison 2019, wie auch in den Vorjahren, im Rahmen der regelmäßigen Beprobung keine hygienische Beanstandung der Wasserqualität gab.

 

Aufgrund des Alters der Filterkessel, der bereits verbauten Provisorien und des Alters des Filtermaterials kann eine Störung in der Filterfunktion nicht ausgeschlossen werden. Daher ist eine grundlegende Revision der Filteranlage angeraten. Eine solche Revision umfasst nicht nur den Wechsel und den Neuaufbau des Filtermaterials in den verschiedenen Schichten, sondern insbesondere auch eine generelle Überholung der Stahlkessel.

 

Genereller Ablauf einer Filtersanierung

  1. https://tricura.com/wp-content/plugins/oa-filtersanierung/images/filtersanierung.jpgMessung der Volumenströme und Spülgeschwindigkeiten.
  2. Baustelleneinrichtung (abdecken von Schaltschränken, E-Verteilern, Umwälzpumpen, etc.).
  3. Setzen einer Staubschutzwand.
  4. Demontage/Rückbau und Verschrottung alter Anlagenteile.
  5. Ausbringen, Übernehmen und Entsorgen des Altmaterials.
  6. Innenreinigung des Filters.
  7. Überprüfung der Einbauteile (Trichter, Düsenboden, Filtratkammer).
  8. Überprüfung der Anbauteile (Be- und Entlüfter, Klappen, etc.).
  9. Erneuerung des Rohwasseraufgabe- und Spültrichters.
  10. Erneuerung des Rohwasseraufgaberohrs aus diversen Werkstoffen.
  11. Einschweißen von Schauglasarmaturen und Beleuchtungseinheiten.
  12. Ausbrennen und Einschweißen von Mannlochflanschen.
  13. Ausbrennen und Einschweißen von Stahlflanschen (z. B. Rohwassereingang).
  14. Einschweißen von Halteösen am oberen Klöpperboden zum Abfangen des Filtertrichters.
  15. Erneuerung von Magnesium-Anoden.
  16. Demontage und Entsorgung der alten Filterdüsen.
  17. Setzen von Blind-Steckscheiben zum Schutz der Rohrleitungen.
  18. Sandstrahlen gem. Normreinheitsgrad SA 2,5 gem. DIN EN ISO 12944-4.
  19. Entfernen der Strahlrückstände, Feinreinigung und Entsorgung.
  20. Beschichtung gem. DIN EN ISO 12944-5 mit zugelassenen Beschichtungsstoffen.
  21. Montage neuer Filterdüsen.
  22. Überprüfung der eingebauten Düsen mittels Richtlatte und Wasserwaage.
  23. Spülbildkontrolle mit Dokumentation.
  24. Einbringen der neuen Filterschüttung.
  25. Abschälen des Unterkorns laut Herstellerangaben des Filtersandes.
  26. Wässern der Filterschichten und evtl. Ansäuern beim Einbau von H-Kohle (Braunkohle).
  27. Erneuerung der Mannlochdichtungen und evtl. der Schraubensätze.
  28. Inbetriebnahme und Einstellung der Rückspülgeschwindigkeit.
  29. Erstellung der Dokumentation nach VOB Teil C (Datenblätter, Maßzeichnungen, Schüttpläne)

 

Die Kosten für eine solche Generalüberholung der Filteranlage des Freibades Dassel belaufen sich voraussichtlich auf 80.000 Euro. Damit ist eine Betriebssicherheit für die Kessel mindestens für die kommenden zehn Jahren zu erwarten.

 

Die Anlage an sich mit dem gesamten Leitungs- und Pumpensystem bleibt dennoch veraltet. Auch in diesem Teil der technischen Betriebseinrichtung des Freibades ist mit künftigem Investitionsbedarf zu rechnen.

 

Eine generelle Erneuerung der Anlagentechnik wäre daher überlegenswert, um eine Wirtschaftlichkeitsprüfung gegenüber einer isolierten Filtersanierung vornehmen zu können. Die Kosten für eine umfassende Erneuerung der Anlagentechnik können jedoch nur mit sehr umfangreichen Vorarbeiten kalkuliert werden. Die zu erwartenden Kosten bewegen sich mit aller Wahrscheinlichkeit mindestens im höheren sechsstelligen Bereich. Wenn die Bereitschaft für eine Investition in dieser Größenordnung besteht, könnte ein Planungsauftrag mit dem Ziel einer Kostenschätzung an einen Fachplaner vergeben werden. Hierbei würden dann auch die möglichen Energieeinsparungen durch eine rundum erneuerte Freibadtechnik aufgezeigt werden können.

 

Sofern die Erneuerung und Sanierung der Anlagentechnik des Freibades Dassel auch weiterhin in finanziell überschaubaren Schritten erfolgen soll, wäre die Sanierung der Filteranlage ein jetzt fälliger Schritt.

 

Einige Bilder zum Zustand der Filteranlage sind als Anlage beigefügt.

 

 

Anlagen:
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(wie Dokument)
730,9 kB