Beschlussvorschlag:

 

 

 

Finanz. Auswirkung:

Beschluss hat finanzielle Auswirkungen:

 

nein

 

ja, in der Drucksache erläutert

Haushaltsmittel stehen zur Verfügung

 

ja

 

nein, in der Drucksache erläutert

Angelegenheiten der Gleichstellung bzw. Barrierefreiheit

sind betroffen

 

nein

 

ja, in der Drucksache erläutert

 

Sachverhalt:

 

Am 19. Mai 2017 kam es zu einem heftigen Starkregenereignis im Bereich der Ortschaft Portenhagen. Durch Überflutungen wurde nicht nur der öffentliche Bereich getroffen, sondern auch Privatgrundstücke und Wohnhäuser. In der Sitzung des Ortsrates am 10. Oktober 2017 stand diese Thematik im Mittelpunkt. Im Ergebnis wurde vereinbart, ein Hochwasserschutzkonzept für die Ortschaft Portenhagen zu erstellen, das Möglichkeiten zur Verbesserung des Oberflächenwasserabflusses aufzeigen soll. Ein Auftrag hierzu wurde im November 2017 erteilt.

 

In der Sitzung des Bau-, Planungs-, Sanierungs- und Umweltausschusses gemeinsam mit dem Ortsrat Portenhagen wurde durch das beauftragte Büro Ludwig & Partner, Dassel, das Konzept zur Verbesserung des Hochwasserschutzes für die Ortschaft vorgestellt.

 

Hauptproblem für den Oberflächenwasserabfluss sind die topographischen Verhältnisse nördlich der Ortslage. Aufgrund der Hanglage fließt das Oberflächenwasser aus der Feldmark in Richtung der Ortschaft und muss durch die dort vorhandene Regenwasserkanalisation zum Allerbach südlich von Portenhagen geführt werden.

 

In der Diskussion im Rahmen der gemeinsamen Sitzung wurde aufgezeigt, dass die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen in Bezug auf die Bestellung der Flächen und die Wahl der Pflanzen einen wesentlichen Einfluss auf den Wasserabfluss haben. Dies lässt sich jedoch einzig in Gesprächen mit den Eigentümern und Bewirtschaftern der Flächen regeln, Vorgaben durch die Stadt Dassel können nicht gemacht werden. Bürgermeister Melching hat ausgeführt, dass er sich diesbezüglich im Dialog mit der Landwirtschaftskammer und dem Landvolk befindet. Dennoch sind Gespräche der direkt Betroffenen vor Ort erforderlich.

 

Weiterhin ist es erforderlich, dass die dem Ortsrat obliegende Aufgabe der Unterhaltung der Wirtschaftswege und des Grabensystems bestmöglich wahrgenommen wird. Nicht nur der Aushub zum Erhalt der Leistungsfähigkeit der Gräben ist von Bedeutung, auch muss die Bankette der Wege so gestaltet sein, dass der Oberflächenwasserabfluss in die Gräben erfolgen kann.

 

An drei Stellen wird das Oberflächenwasser aus der Feldflur in das Regenwasserkanalnetz des WAZ geleitet. Es handelt sich hierbei um einfache, baulich nicht ausgestaltete Übergänge vom Graben in das Kanalrohr. Das beauftragte Ingenieurbüro schlägt vor, diese Übergänge mit Einlaufbauwerken leistungsfähiger zu machen und zugleich den Eintrag von Schwemmgut in das Kanalnetz zu minimieren. Diese Bauwerke besitzen eine Betonwand, die Sohle des Grabens wird gepflastert, so dass hier kein Aufwuchs den Abfluss behindern kann. Ein Rechensystem sorgt dafür, dass grobes Schwemmgut aufgehalten und geräumt werden kann. Die Kosten eines Einlaufbauwerkes sind mit 12.000 Euro beziffert worden. Hinzu kommen Nebenkosten (Planung, Genehmigung u.ä.), so dass pro Bauwerk mit Kosten von rd. 16.000 Euro gerechnet werden muss.

 

Da ein solches Einlaufbauwerk nicht nur den Abfluss des Oberflächenwassers aus der Feldmark erleichtert und dem Hochwasserschutz der bebauten Grundstücke dient, sondern zugleich auch das Kanalnetz des WAZ Solling vor dem Eintrag von Schwemmgut schützt, wäre mit dem WAZ über eine Beteiligung an den Investitionskosten für Einlaufbauwerke zu verhandeln.

 

Mit einem verbesserten Abfluss des Regenwassers in das Kanalnetz droht jedoch die Gefahr, dass es durch die für Starkregenereignisse nicht ausreichende leistungsfähige Kanalisation zu Problemstellen innerhalb der Ortslage kommt. Hier gibt es insbesondere in der Ortsmitte einen Zwangspunkt, an dem zwei Kanäle DN 500 in einen DN 600 Kanal münden.

 

Das Planungsbüro schlägt daher weitergehend vor, einen Entlastungskanal („Bypass“) östlich der Ortslage zu bauen. Dieser Entlastungskanal könnte im Bereich Sonnenhaken an die dortige Einleitungsstelle angebunden werden und über eine Verrohrung in ca. 60m Länge und einen neuen Graben mit einer Länge von rd. 200m an einen bereits vorhandenen Graben angeschlossen werden, der direkt in den Allerbach mündet. Die Kanalisation würde damit von diesen Regenmengen entlastet. Die Kosten eines solchen Grabens wurden zunächst mit rd. 180.000 Euro beziffert.

 

Ob ein solcher Entlastungskanal/-graben tatsächlich gebaut werden und die erforderliche Leistungsfähigkeit erreicht werden kann, müsste im Rahmen einer Fachplanung überprüft werden. Das jetzt vorliegende Ideenkonzept bietet hierfür keine ausreichende Grundlage. Zur Planung gehören dann u.a. detaillierte hydraulische Berechnungen, topographische Geländeaufnahmen, die Klärung erforderlicher Kreuzungen mit anderen Leitungsträgern und der Kreisstraße und weiteres. Aus dieser Planung ergibt sich dann auch eine konkrete Kostenschätzung.

 

Das Büro Ludwig & Partner hat die Ingenieurleistungen für den Bau des Entlastungskanals für die Leistungsphasen

  •                  LP1: Grundlagenermittlung
  •                  LP2: Vorplanung mit Kostenschätzung
  •                  LP3: Entwurfsplanung und Kostenberechnung
  •                  LP4: Genehmigungsplanung

mit 6.155,79 Euro angeboten. Hierbei wurden die LP 1 und 2 nicht berechnet, da diese Leistungen bereits mit dem vorangehenden Auftrag für die Erstellung des Ideenkonzeptes abgedeckt waren.

 

Die Leistungsphasen

  •                  LP5: Ausführungsplanung
  •                  LP6: Vorbereitung der Vergabe, einschließlich Ermitteln der Mengen und Aufstellen von Leistungsverzeichnissen (LV)
  •                  LP7: Mitwirkung bei der Vergabe inklusive Kostenanschlag
  •                  LP8: Objektüberwachung – Bauüberwachung und Dokumentation
  •                  LP9: Objektbetreuung

werden zum Preis von 15.266,82 Euro angeboten.

Hinzu kommen die Kosten für die Entwurfsvermessung in Höhe von 1.900,42 Euro.

Dieses Angebot für Ingenieurleistungen bezieht sich nur auf den Entlastungsgraben. Ingenieurleistungen für die Planung und den Bau der Einleitungsbauwerke sind in dem Angebot noch nicht enthalten.

 

Die in der gemeinsamen Sitzung des Bau-, Planungs-, Sanierungs- und Umweltausschusses  mit dem Ortsrat Portenhagen am 5. November 2019 gezeigte Präsentation des Büros Ludwig & Partner ist als Anlage beigefügt.

 

 

Anlagen:
1
(wie Dokument)
3,3 MB
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