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Sachverhalt:

StadtMuseum und StadtArchiv mussten am 16. März 2020 schließen, entsprechend der damaligen Landesverordnung. Damit mussten zahlreiche verabredete und geplante Aktivitäten abgesagt werden. Dies war besonders bedauerlich, weil Ende Januar die sehr attraktive Sonderausstellung „Parka, Pop und Minirock. Mode und Lebensart der 60er und 70er Jahre“ mit einem umfangreichen Begleitprogramm bis Juli 2020 eröffnet worden war (s. Anlage 1, 11 Veranstaltungen). Bis zum 16. März hatten die Ausstellung bereits mehr als 300 Besucher gesehen. Sieben für März und April fest gebuchte Besuchergruppen mit über 130 Personen mussten abgesagt werden (ohne Schulklassen).

 

Das Museum Bad Münder als Leihgeber der Sonderausstellung hat erfreulicherweise zugestimmt, dass das StadtMuseum die Sonderausstellung bis zum Jahresende 2020 verlängern kann. Wenn die Infektionszahlen weiter rückläufig sein sollten, können ggf. die im Begleitprogramm geplanten Veranstaltungen bis Jahresende möglicherweise nachgeholt werden.

 

Ebenfalls in diesem Jahr sollte die Museumspädagogik mit neuem Konzept und umfangreichem Programm das Museum als außerschulischem Lernort wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. Neben mehreren Schul-Veranstaltungen zu lehrplanbezogenen Themen für Grundschulklassen waren Veranstaltungen im Rahmen des Kunst- und Geschichtsunterrichts der IGS Einbeck verabredet. Ein längerfristiges, generationenübergreifendes Schulprojekt zum Thema „30 Jahre Mauerfall“ mit der Realschule Einbeck stand gerade in den Startlöchern. Mit Schülern der IGS Einbeck / Wahlpflichtkurs Geschichte brach ein zweijähriges Projekt zur Recherche einer jüdischen Familienbiografie und zur Entwicklung einer Informationstafel zu den Ehrengräbern auf dem Einbecker Zentralfriedhof mitten in der Schlussphase ab.

 

Entfallen musste der in diesem Jahr aufwändig geplante Internationale Museumstag am 17. Mai, ebenso das Jubiläum des Einbecker Geschichtsvereins. Das mit vielen Akteuren aus der Einbecker Kulturszene geplante Projekt „KulturKids“ sowie die für den Herbst geplante „KinderUni“ wurden einvernehmlich auf das Jahr 2021 verschoben.

 

Die aktuelle Verordnung (22.6.2020) erlaubt derzeit wieder außerschulisches Lernen in Gruppen bis zu 10 Schüler*innen. Ob allerdings die geplanten Verabredungen jetzt noch bis zum Schuljahresende nachgeholt werden können, scheint derzeit fraglich. Ein Neuanfang nach den Sommerferien wird hoffentlich, allerdings mit zusätzlichem Aufwand, möglich sein.

 

Das Museums- bzw. Archivteam musste nicht ins Homeoffice geschickt werden. Die Größe des Gebäudes und die separaten Büros erlaubten einen normalen Arbeitsalltag, der zunächst die Hintergrundarbeit ermöglichte. Die kennzahlenrelevante Inventarisation von Museumsobjekten ebenso wie die Verzeichnung von Archivmaterial konnte nahtlos fortgesetzt werden. Die üblichen familienkundlichen Anfragen im StadtArchiv fielen für einige Wochen fast vollständig aus. Seit der Wiederöffnung ab 9. Mai haben auch diese Anfragen wieder den normalen Umfang erreicht.

 

Bürotätigkeiten und allgemeine Verwaltungsarbeiten wurden im verringerten Umfang erledigt, weil die zuständige Kollegin wegen der Schließung der Kitas Kinderbetreuungszeit in Anspruch nehmen musste. Seit der Wiederöffnung des Museums und Archivs ab dem 9. Mai wird die Tätigkeit wieder im normalen Umfang ausgeführt.

 

Das Museumsteam hat sich im April engagiert mit den wechselnden Verordnungen und den daraus resultierenden Anforderungen für Reinigung und Besucherverkehr unter Corona-Bedingungen beschäftigt. Der Empfangsbereich des Museums wurde mit Plexiglasabtrennung und Abstandslinien gesichert, jedem Besucher steht am Eingang eine Händedesinfektion zur Verfügung. Ein Plakat weist am Eingang auf einzuhaltende Regeln hin. Hinweise in der Ausstellung erinnern die Besucher an einzuhaltende Abstandsgebote. Die Reinigungsintervalle im Sanitärbereich wurden verkürzt und zusätzliche Reinigungsaufgaben übernommen. Das Museum bietet außerdem kostengünstig Mund-Nasenschutz-Masken in drei Varianten an.

Um die Schließungszeit zu überbrücken und den Kontakt mit den Museumsbesuchern nicht zu verlieren, wurde entschieden, den digitalen Kontakt verstärkt aufzubauen. Die EDV-Abteilung der Verwaltung erlaubte die Installation eines Instagram-Kanals (eine Facebook-Seite gibt es bereits seit 2018). Beide Medien werden von Frau Dr. Weichert gepflegt. Frank Bertram drehte im Auftrag des Museums drei kurze Filme zu besonderen Ausstellungsbereichen (RadHaus, August Stukenbrok, Sonderausstellung), die innerhalb kurzer Zeit gute Nutzerzahlen generierten. Ein vierter Film zum Thema Blaudruck ist von anderer Seite noch in Arbeit. Ebenso wurde eine neue Website in Auftrag gegeben (die gegenwärtige Seite ist nicht an verschiedene Ausgabegeräte anpassbar und rechtlich nicht mehr zulässig).

 

Schon Ende 2019 war für Familien ein neues Angebot, die Museumstasche, geplant. Sie enthält Rätselbögen einer Museumsrallye, unsere aktuellen Flyer und ein Malbuch samt Buntstiften für Kinder. Die Tasche und das Malbuch konnten wir in der Zeit der Schließung umsetzen. Seit 9. Mai bieten wir die Museumstasche den Familien-Besuchern kostenlos während ihres Besuchs an.

 

Bund und Land haben seit März mehrere Kultur-Förderprogramme aufgelegt, um Corona-bedingten Schwierigkeiten zu begegnen. Im Bundesprogramm  

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/meseberg/programm-neustart-1749592

möchte das Stadtmuseum einen Antrag auf Bezuschussung einer MuseumsApp stellen, die – wenn uns der Antrag bewilligt wird – eine 90%-Förderung in Aussicht stellt. Der Antrag ist auf dem Weg.

 

 

 

 

Anlagen:
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(wie Dokument)
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