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Sachverhalt:

Auf Initiative und nach Vorbereitung durch das Fachwerk5Eck ist die Stadt Einbeck federführend für alle Partnerstädte des Fachwerk5Ecks im August 2019 in das Landes-programm „Gute Nachbarschaft 2019“ zur Durchführung des Projektes „Werkstadt Zukunft Altstadt im Fachwerk5Eck“ aufgenommen worden. Bedingt durch die Erschwernisse der COVID-19-Pandemie ist der Förderzeitraum inzwischen auf 31.03.2021 verlängert worden.

 

In der Mitteilungsvorlage 2018/2597-03 hat die Verwaltung erstmals über das Projekt informiert. Die Bürgermeisterin hat seit September 2019 regelmäßig in ihrem Bericht Informationen zu dem Projekt gegeben. Ebenso gab es einige Berichterstattungen in der örtlichen Presse. Darüber hinaus stehen Informationen zum Projekt auf der Homepage des Fachwerk5Ecks (www.fachwerk5eck.de/gute-nachbarschaft).

 

Nach Beschluss des Verwaltungsausschusses vom 23.10.2019 wurde die Planungsgruppe Puche, Northeim mit der Betreuung des Projektes in allen 5 Städten beauftragt.

 

In Einbeck soll in dem Projekt die erfolgreiche Arbeit der Bürgerinitiative (BI) Sch(l)aufenster (www.bi-schlaufenster-einbeck.de) unterstützt und mit dem Ziel einer nachhaltigeren Leerstandsbekämpfung in der Innenstadt möglichst weiter entwickelt werden. Die Bürgerinitiative genießt das Vertrauen der Hauseigentümer und kann mit guten Beispielen aus der Nachbarschaft dazu motivieren, dem Leerstand entgegenzuwirken. Die Gestaltung der Leerstände zu Sch(l)aufenstern ist unbestritten ein immenser Gewinn für das Stadtbild. Jedoch muss die Wiedernutzung leerstehenden Raumes in der Innenstadt das eigentliche Ziel sein. Das sieht auch die Bürgerinitiative.

 

Wesentlicher Gegenstand der Förderung aus „Gute Nachbarschaft“ ist der Aufbau eines weitergehenden Unterstützernetzwerkes für die BI. Damit sollen über die bisherigen Aktivitäten zur Dekoration leerstehender Schaufenster hinaus auf ehrenamtlicher Basis zusammen mit den Eigentümern weitere Schritte erfolgen. Es geht darum, erste Ideen zu diskutieren und Konzepte für die Umnutzung und Sanierung von leerstehenden Geschäften im Erdgeschoss zu erarbeiten. Schrittweise ist auch eine Beratung der Eigentümer hinsichtlich der Entwicklung des gesamten Gebäudes denkbar.

 

Im Zuge des Projektes werden mehrere Umnutzungs- und Sanierungsobjekte als „Gute Beispiele“ nach Ansprache der jeweiligen Eigentümer medial aufbereitet und auf der Homepage der Bürgerinitiative eingestellt. Sukzessive soll über die Objekte in der Presse berichtet werden und diese auch auf der Homepage des Fachwerk5Ecks für einen weiteren Kreis kommuniziert werden.

 

Weiterhin wird mit der Förderung aus „Gute Nachbarschaft“ die bisher ehrenamtlich geleistete mediale Präsenz der BI durch grundlegende Überarbeitung ihrer Homepage und durch die Vernetzung mit den regional übergeordneten Initiativen des Fachwerk5Ecks aktualisiert und professionalisiert.

 

Der Ansatz des Projektes orientiert sich auch an der Arbeit erfolgreicher Bürgergruppen anderer Fachwerkstädte, wie z.B. in Hann. Münden (www.bg-hmue.de) und Wanfried (www.buergergruppe-wanfried.de). Durch das ehrenamtliche bürgerschaftliche Engagement konnte in diesen Städten mit der Aktivierung und Beratung von Eigentümern bis hin zu aktiver Übernahme und der Sanierung von leerstehenden Gebäuden, z.B. durch eine Bürgergenossenschaft, ein wesentlicher Beitrag zur Belebung der Innenstadt geleistet werden. In diesen Städten sind diese Initiativen als Motor und wichtiger Akteur der Stadtentwicklung inzwischen nicht mehr wegzudenken. 

 

Mit diesen Zielvorstellungen gab es seit Anfang 2020 mit zwischenzeitlichen Verzögerungen durch die COVID-19-Pandemie diverse vorbereitende Gespräche und Informationsveranstaltungen. Die Kerngruppe setzte sich zusammen aus Akteuren der BI (Herr Kettler, Frau Schenitzki), Einbeck Marketing, beauftragtem Planungsbüro, Geschäftsstelle Fachwerk5Eck und der Verwaltung (Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Denkmalpflege).

 

Als zentrale Veranstaltung im Projekt gab es am 14.09.2020 im Alten Rathaus ein erstes UnterstützerInnentreffen mit einem Impulsvortrag der Bürgergruppe Wanfried. Ziel war es, weitere ehrenamtliche Mitstreiter zu gewinnen, die durch spezifische Kenntnisse, z.B. in den Bereichen Bauen, Planen, Handwerk, Finanzierung oder Recht, die Gruppe der BI für das erweiterte Aufgabenfeld stärken. (siehe Anlage)

 

In Folge dessen ist ein weiteres Treffen mit jenen Akteuren vorgesehen, die verbindlich mitarbeiten wollen. Geplant ist demnächst die Strukturierung und „Erprobung“ der Arbeitsweise der Gruppe an einem bereits identifizierten konkreten leerstehenden Ladengeschäft, zu dem der Eigentümer Hilfestellung für Nutzungsmöglichkeiten und Sanierungserfordernisse benötigt. Dabei ist auch das Arbeitsfeld der Gruppe mit den Grenzen des ehrenamtlich Leistbaren abzustecken. Durch die Unterstützung der Bürgergruppe sollen Eigentümer in die Lage versetzt werden, möglichst nächste nachhaltige Schritte zur Nutzung und Entwicklung ihrer Gebäude anzugehen.

 

Die Verwaltung nimmt ab dieser Phase des Projektes bewusst nicht mehr aktiv an den Besprechungen der Bürgergruppe teil, da diese nun eigenverantwortlich agieren soll. Das Projekt bzw. die Gruppe wird durch das beauftragte Büro und die Geschäftsstelle des Fachwerk5Ecks bis zum Ende des Förderzeitraumes betreut. Selbstredend wird die Verwaltung aber weiterhin für die Eigentümer oder die von ihnen Beauftragten bei Fragen zum Bau-, Planungs- und Denkmalrecht die Unterstützung anbieten.

 

Welche abschließenden Ergebnisse und Erfolge das geförderte Projekt erbringen wird, zeigt sich zum Ende des Förderzeitraumes im Frühjahr 2021. Dann soll das Projekt umfassend in einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Sanierung präsentiert werden.

 

Für Prozesse der Stadtentwicklung ist es immens wichtig, „Gute Beispiele“ und impulsgebende Projekte in den Quartieren zu realisieren, an denen gelernt werden kann, die Mut machen und die konkret der Aufwertung des Stadtbildes und der Nachbarschaft dienen. So könnte ein möglicher Ansatz für die Zukunft sein, dass die Stadt kommunale Unterstützungsleistungen an die Bürgergruppe bzw. für Eigentümer von Immobilien bei konkreten Umnutzungsobjekten bereitstellt. Denkbar wäre z.B. eine Förderung von Planungskonzepten oder ggf. auch die Gewährung von Sanierungszuschüssen.

 

Hierüber sollte dann beraten werden, wenn Erfolge und weitere Bedarfe aus dem Projekt „Gute Nachbarschaft“ in Einbeck erkennbar geworden sind. 

 

Festzuhalten ist jetzt schon, dass mit dem vom Land Niedersachsen mit dem Programm „Gute Nachbarschaft“ geförderten Ansatz neue Wege beschritten werden, um bestehende Probleme in Quartieren durch unmittelbare Aktivierung und Unterstützung von Bürgergruppen anzugehen. So eröffnen sich neue Wege der Ansprache und des Dialogs mit Hauseigentümern, die sich bisher nicht für eine wünschenswerte Veränderung an ihren Privatobjekten entschließen konnten.

 

Mit diesem Projekt verbindet sich daher die Hoffnung, in Einbeck nun einen großen Schritt voranzukommen.

 

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Anlagen:

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(wie Dokument)
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